Wie führen Sie die Mitarbeitenden?

Es scheint unbestritten zu sein, dass Führung zur Koordination und Steuerung benötigt wird, sobald Aufgaben auf verschiedene Menschen verteilt werden und gemeinsame Ziele erreicht werden sollen.
Aus Unternehmenssicht wird deshalb Führung als gut und wirksam bezeichnet, wenn es gelingt, Menschen so anzuregen und zu bewegen, dass sie die angestrebten Ziele erreichen können.

Die Frage, die sich den Führungskräften und vor allem den Führungsneueinsteigern stellt, lautet meist: Wie gelangen die Menschen auf diesen Weg – hin zum Ziel? Wie nehme ich Einfluss die Mitarbeiter?

neuer Chef: Führen als Beziehungsgestaltung

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Wenn wir von der Definition ausgehen, dass Führung (unter anderem) eine zielorientierte, wechselseitige Beeinflussung zur Erfüllung gemeinsamer Aufgaben in einer strukturierten Arbeitssituation ist, dann ergibt sich für die Führungskraft vor allem eine große Aufgabe:
Die Beziehungen mit den Mitarbeitern effektiv zu gestalten.

Als Führungskraft haben Sie verschiedene Möglichkeiten zur Einflussnahme in der Mitarbeiterführung:

    Indirekt lenken Sie über die Unternehmenskultur, unternehmerische Vision, Mission, Strategie oder darüber, wie Sie Prozesse und Strukturen gestalten.

    • Auf direkte Weise nehmen Sie Einfluss durch Ihre Kommunikation direkt mit Ihrem Gegenüber.
    Führung, oft auch mit Leadership bezeichnet (Ich persönlich vermeide diesen Begriff.), drückt sich hier in der Beziehung aus und ist fortwährende Interaktion.
    Dieser Prozess der Einflussnahme verläuft im besten Fall wechselseitig: Auch die Führungskraft lässt sich durch das Gegenüber beeinflussen – je nach Reife und Achtsamkeit, Einarbeitungsstand, Anforderungen.

Führung ist Beziehungsgestaltung

Menschen sind keine Maschinen und kein Produktionsfaktor: Sie wollen persönlichen Kontakt und direkte Beziehungen! Als Führungskraft sollten Sie diesem Bedürfnis nachkommen. Dies hat nicht nur mit Respekt gegenüber Menschen zu tun; diese Haltung wirkt sich in der Mitarbeiterführung auf die Leistungsbereitschaft und auf das Erreichen gemeinsamer Ziele aus.

Zwei wichtige Aspekte, auf die Sie als neue Führungskraft bei der Beziehungsaufnahme achten sollten:

1) Zu Beginn der Führungsübernahme, wenn sich Führungskraft und Mitarbeiter noch fremd sind, handeln alle Akteure meist gemäß den durch die Stellung und Organisation vorgegebenen Rollen: Chefrolle, Mitarbeiterrolle.
Mitarbeiter verfolgen in der ersten Beziehungsaufnahme oft persönliche und berufliche Interessen, die sie mehr oder weniger deutlich ausdrücken.
Indem Sie als neue Führungskraft rasch nach Stellenantritt Gespräche mit den Einzelnen oder im Team führen, zeigen Sie, dass Ihnen die Anliegen der Menschen wichtig sind, und Sie erfahren von deren konkreten Erwartungen an Sie und an die Aufgabenstellungen.
Mit den Gesprächen zu zweit oder im Team begegnen Sie sich als Individuen und formen Sie die Beziehungen. Auf dieser Basis können Sie nach und nach die Ausrichtung auf gemeinsame Interessen und Ziele lenken.
Im Normalfall entwickeln sich in dieser Kennenlern-Phase gegenseitiges Vertrauen, Wertschätzung und Loyalität, und damit verändern sich auch die anfangs eingenommenen, etwas starren Rollen: Die Offenheit, sich gegenseitig beeinflussen zu lassen, wird größer.

2) Sie können davon ausgehen, dass sich die Beziehungen zu Ihren Mitarbeitenden sich umso vertrauensvoller entwickeln, je besser Ihre Beziehung zu Ihrem eigenen Vorgesetzten ist. Mitarbeitende nehmen Ihren guten Draht in die obere Etage i.d.R. als positiv wahr und sind deshalb umso mehr bestrebt, mit Ihnen eine gute Austauschbeziehung herzustellen.
Die gleiche Wirkung werden Sie auch bei Kollegen oder anderen Stakeholdern feststellen. Auf diesem Weg vergrößern Sie als Führungskraft Ihren Einfluss nach allen Seiten.

Die Fähigkeit, vertrauensvolle Beziehungen und Netzwerke nach innen und nach außen aufzubauen, ist eine wichtige Voraussetzung, um Mitarbeitende zielorientiert zu führen.
Diese soziale und persönliche Kompetenz müssen Sie zur Übernahme der neuen Führungsposition unbedingt mitbringen! Nutzen Sie deshalb Ihren Berufsalltag und wohlmeinende Partner, um täglich zu üben und sich weiterzuentwickeln.

 
Und nun sind Sie dran!

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Herzlichen Dank!
 
 

Barbara Simonsen

Barbara Simonsen, MBA, ist Inhaberin von Simonsen Management mit den Schwerpunkten Führung und Karriere.
Sie unterstützt Führungskräfte, rasch handlungsfähig zu werden - insbesondere auf neuen Führungspositionen - und schwierige Führungssituation kompetent und fair zu meistern.
Zudem hilft sie als Karriereexpertin, den Karriereweg bzw. den Übergang des Karriereausstiegs stimmig zu gestalten.
Unternehmen steht sie als Moderatorin für Business-Großgruppen zur Seite - z.B. bei Changeprozessen oder zur Konfliktlösung.
Als Autorin hat sie „Die ersten 100 Tage als Führungskraft“ im managerSeminare Verlag als Blended Learning-Trainingskonzept veröffentlicht.