Wenn Sie systemisch-orientierte Coaches fragen, was Coaching bedeutet, gibt es eigentlich nur eine Antwort: Aus systemischer Sicht geht es darum, durch verschiedene Perspektivwechsel die eigene Wahrnehmung zu verändern und neue Handlungsoptionen zu entwickeln. Ganz zentral handelt es sich beim systemischen Coaching um eine Prozessbegleitung.

Spricht man mit systemischen Coaches über das Setting einer Expertenberatung, wird diese Form der Unterstützung weit von sich gewiesen, weil sie als nicht zielführend für das Coaching eingestuft wird und sozusagen das Gegenteil von Prozessbegleitung bedeutet. Coaches wollen keine Expertenberatung geben, denn der Coachee soll die Lösung selbst finden. Die Hauptgründe für diese Haltung: Die Reaktion ist bei einer Beratung nicht abzusehen und die Selbstverantwortung für die Entwicklung muss beim Coachee liegen.
Foto Beratung und Coaching in Ratzeburg
Ich kann diese Argumente gut nachvollziehen und verstehen. Dennoch habe ich selbst hierzu eine andere Auffassung und meine, dass das traditionelle Verständnis und die Einteilung von Coaching als Prozessbegleitung und Beratung als Expertenberatung obsolet seien.

Zudem stelle ich einen Paradigmenwechsel fest: Neuere Formen der Begleitung von Veränderungs- und Entwicklungsprozessen bei Personen, Teams und Systemen sind auf dem Vormarsch; dazu zähle ich auch alles, was in Form von Online-Lernen angeboten wird.
Wie die Komplexität der Systeme, in denen die Menschen sich persönlich und beruflich bewegen, so ist auch das Beratungssetting vielfältig geworden.

Mein Coachingverständnis

Ich frage mich im Hinblick auf mein eigenes Coaching- und Beratungsangebot: Weshalb sollten Angebote nicht Hand-in-Hand gehen? Angebote, die sowohl Lösungsvorschläge wie auch die Unterstützung bei der Entwicklung eigener Handlungsideen beinhalten. Weshalb sollten sich diese widersprechen?

Weshalb sollte ich nicht alles nutzen, um dem Kunden weiterzuhelfen? Denn diese Ausrichtung auf den Kunden und die Wirkung auf sein Handeln, das ist es doch, was zählt!

Ich nenne deshalb mein Coaching ein „funktionsorientiertes“ Coaching. Es ist kein rein persönlichkeitsorientiertes, wo es primär um persönliches Wachstum und Lebensplanung geht. Diese Ebene schließe ich nicht aus sondern beziehe sie sogar explizit mit ein – zum Beispiel in die Klärung der eigenen Werte und Motive.

Aber der Bezugspunkt ist ein anderer: Die Persönlichkeitsentwicklung wird im Hinblick auf die erfolgreiche Bewältigung von konkreten Führungssituationen in einer Organisation angeregt.

Es geht also primär nicht um Selbstverwirklichung (anders als beim Karrierecoaching) sondern um Themen der Organisationsgestaltung und Unternehmenssteuerung oder um das Führen von Mitarbeitenden. Eben alle Faktoren, die das Gestalten der Führungsrolle und Aufgaben ausmachen.
Während dieses Lernprozesses verändert sich die Führungskraft auch auf der persönlichen Ebene. Aber dies ist nicht der erste Referenzpunkt.

Führungskräfte benötigen unterschiedliche Unterstützung

Simonsen Management: Schwierige Führungssituation meistern
Führungskräfte brauchen zunehmend mehr Unterstützung für die erfolgreiche Bewältigung der immer schwieriger und komplexer werdenden Managementaufgaben.

Gerade bei Managern finde ich es deshalb nicht hilfreich, die beiden Settings von Coaching und Beratung zu trennen und sich als Coach jeweils abzugrenzen. Denn häufig befinden sich die Kunden in sehr schwierigen Führungssituationen, wo sie ausdrücklich vom Fachwissen und der persönlichen Führungserfahrung des Coaches profitieren möchten.

Wenn beispielsweise eine Führungskraft zum ersten Mal eine Führungsposition übernimmt, ist sie öfters ziemlich ratlos, wie sie handeln soll. Hier wäre es völlig unsinnig, als Coach darauf zu bestehen, der Coachee müsse die Antworten in sich selber finden.
Wenn schon kein Mentor im Unternehmen an die Seite der neuen Führungskraft gestellt wird, dann muss wenigstens der beauftragte Coach beratend wirken! In diesem Fall helfen konkrete Hilfestellungen, die Führungsaufgaben zu meistern, vor allem dann, wenn gleichzeitig kleine Theorie-Häppchen zum Selbstlernen angeboten werden und die Inhalte im Unternehmen umgesetzt werden können. Dieses Erfahrungslernen und die Reflexion darüber bauen die Führungskompetenzen kontinuierlich aus.

Der persönliche Entwicklungsprozess beschleunigt sich ebenfalls, so ist meine Erfahrung, auch wenn nicht direkt auf der persönlichen Ebene coachend angesetzt wird: Das Selbstbewusstsein steigt und das Hineinwachsen in die Rolle geschieht auf selbstverständliche Weise.

Die Bedürfnisse der Führungskraft im Mittelpunkt

Ich frage mich nicht: Will ich coachen ODER beraten ODER lehren? Mir geht es darum, dass dem Kunden rasch und leicht geholfen werden kann, damit er im Business erfolgreich handeln kann.
Und als erfolgreich bezeichne ich das Erreichen beruflicher wie persönlicher Zufriedenheit, Selbstverantwortung, Selbstmotivation und Leistungsfähigkeit, Qualität der der Führung.

Der Kunde und ich entscheiden immer gemeinsam, nicht nur, welche Ziele anvisiert werden sollen sondern auch über den Weg dorthin, was an Unterstützung benötigt wird, damit die Veränderungs-, Lern- und Entwicklungsprozesse sinnvoll und nachhaltig sind.
Und aus den Anfragen und Rückmeldungen weiß ich, dass es genau dieser Punkt ist, den die Kunden zu mir führen, weil es ihrem Interesse entspricht: Sie möchten in der Kombination von Beratung, Coaching und Input Unterstützung bekommen!

Den Vorteil, den ich einbringen kann – zum Nutzen des Kunden

      1) Mit meiner eigenen Führungserfahrung bringe ich ein umfassendes Verständnis für die Führungsaufgaben des Coachees ein. Deshalb gebe ich konkrete Impulse zum Verhalten und Handeln, damit Fettnäpfchen vermieden, Konflikte vermindert und die Kommunikation wesentlich verbessert werden können.

      2) Das Zusammenführen von Beratung, Coaching und Input bringt großen praktischen Nutzen für den Führungsalltag, weil die Umsetzung der jeweiligen Situation und Herausforderung, den Kompetenzen und der Persönlichkeit des Coachee angepasst ist. Und aus den Anfragen und Rückmeldungen weiß ich, dass es genau dieser Punkt ist, den die Kunden zu mir führen, weil es ihrem Interesse entspricht: In der Kombination von Beratung, Coaching und Input unterstützt zu werden!

      3) Meine Management- Expertise fußt nicht nur auf einer fundierten Theoriebasis sondern auch auf einem Grundverständnis für Systeme, soziale Prozesse und Interaktionen. Deshalb behandle ich komplexe Fragestellungen nie nur sachtechnisch sondern auch auf dem Hintergrund von Beziehungen, Akzeptanz, Vertrauen und Fairness.

      4) Durch meine Branchenkenntnisse aus der Gesundheits- und Sozialwirtschaft, dem Bildungswesen und dem Public Management weiß ich, wie solche Organisationen ticken und verstehe auf Anhieb die Einbettung des Coachee in Struktur und Prozesse. Gerade, wenn es sich um Führungstätigkeiten in Not-for-Profit-Organisationen handelt, muss das Führungshandeln unter besonderer Berücksichtigung der Unternehmenskultur und Mikropolitik stattfinden.

      5) Meine Persönlichkeit macht es möglich, variable Rollen einzunehmen: Je nach Situation und Erfordernis schlüpfe ich unterstützend in verschiedene psychologische Rollen; bin mal die „Gerechte“, die „Einsichtige“, die „Rebellin“, die „Närrin“ oder Ähnliches mehr. Diese Rollenvielfalt wird als Ausdruck von Lebendigkeit empfunden und verleiht dem gesamten Entwicklungsprozess eine gewisse Leichtigkeit, weil es den Einstieg in den Perspektivwechsel vereinfacht. Wichtig für mich ist, dass ich stets weiß, was ich tue und mich nicht mit der Rolle identifiziere. Selbstreflexion, Feedback und Intervision helfen mir, professionell zu bleiben.

Mein Fazit

Simonsen Management: Beratung und Coaching

Simonsen Management: Beratung und Coaching im Arbeitsmodus

  • Da sich mein Professionsfeld auf Führung und damit auf Führungskräfte bezieht, muss deren Situation im systemischen Zusammenwirken von organisatorischen und persönlichen Faktoren begriffen werden.
  • Lernprozesse fördern die Wirksamkeit des Führungshandelns. Die Kombination von Coaching, Beratung und Input unterstützt diese Entwicklungsprozesse.
  • Die Klienten / Kunden bestimmen selber, bewusst oder unbewusst, wie tiefgreifend der persönliche Wandel sein soll. Und sie entscheiden selber, welche Methoden und Handlungen sie im Führungsalltag umsetzen und ausprobieren wollen. Insofern bleibt auch hier die Selbstverantwortung beim Klienten.

Aus all diesen Gründen finden Sie mich und meine Kunden stets an einem Tisch arbeitend – oder stehend mit vielen Moderationshilfsmitteln. Ich nenne dies: Coaching und Beratung im kreativen Arbeitsmodus, der allen viel Freude macht! 🙂

 
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Herzlichen Dank!
 
 

Barbara Simonsen

Barbara Simonsen, MBA, ist Inhaberin von Simonsen Management mit den Schwerpunkten Führung und Karriere.
Sie unterstützt Führungskräfte, rasch handlungsfähig zu werden - insbesondere auf neuen Führungspositionen - und schwierige Führungssituation kompetent und fair zu meistern.
Zudem hilft sie als Karriereexpertin, den Karriereweg bzw. den Übergang des Karriereausstiegs stimmig zu gestalten.
Unternehmen steht sie als Moderatorin für Business-Großgruppen zur Seite - z.B. bei Changeprozessen oder zur Konfliktlösung.
Als Autorin hat sie „Die ersten 100 Tage als Führungskraft“ im managerSeminare Verlag als Blended Learning-Trainingskonzept veröffentlicht.